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Lahmheit und Schmerzen in der Wachstumsphase – Ein möglicher Grund ist die Panostitis

Lahmheit und Schmerzen in der Wachstumsphase – Ein möglicher Grund ist die Panostitis

Was ist eine Panostitis?

Die Panostitis ist eine schmerzhafte Erkrankung von Junghunden (bis zum zweiten Lebensjahr), bei welcher sich die großen Röhrenknochen der Vorder- und Hinterläufe entzünden. Häufig betrifft es die Elle von heranwachsenden Hunden großer Rassen, zu der auch der Berner Sennenhund gehört.

Was verursacht eine Panostitis?

Die genaue Ursache ist noch ungeklärt. Man weiß allerdings, dass in akuten Krankheitsschüben die Nährstoffversorgung des Knochenmarks durch eine Schwellung des Foramen nutricia (durch diese Eintrittspforte gelangen die Nährstoffe in den Knochen) verringert wird. Die veränderten Druckverhältnisse können sogenannte Wachstumsschmerzen erzeugen.

Allergien, Störungen im Stoffwechsel, Parasitenbefall sowie eine gestörte Reaktion des Immunsystems nach einer viralen Infektion werden als Ursachen diskutiert. Man vermutet weiterhin einen Einfluss von einer zu nährstoffreichen Ernährung. Dies konnte bisher aber noch nicht abschließend geklärt werden.

Welche Symptome hat der Hund bei einer Panostitis?

Mal humpelt der Berner vorne, dann wieder hinten und manchmal hat er gar keine Lust zu Laufen. Er kann sogar etwas Fieber bekommen und sich dann möglicherweise sehr zurückziehen.

Bis der Berner Sennenhund jedoch Schmerzen zeigt, muss schon einiges passieren. So müssen wir als „Personal“ oft ziemlich genau hinschauen, um zu erkennen, dass es unserem Liebling nicht gut geht.

Manche Berner heben nur ein Pfötchen zur Entlastung an und ansonsten fehlen sämtliche Hinweise.

Häufig sind die betroffenen Stellen jedoch sehr berührungsempfindlich.
(Vorsicht vor einer Schmerzreaktion des Hundes: auch ansonsten liebe Hunde könnten vor Schmerz zuschnappen!)

Da es aber kein einheitliches und typisches Beschwerdebild für die Panostitis gibt und auch schmerzfreie Intervalle auftreten, ist es sehr wichtig, andere Erkrankungen des Bewegungsapparates vom Tierarzt auszuschließen!

Wie stellt der Tierarzt die Diagnose Panostitis?

Neben des Tastbefundes, also Schmerzreaktionen bei Berührung der entsprechenden Stellen am Knochen, findet man gelegentlich ein verändertes Blutbild. Hier sind die eosinophilen Granulozyten, eine Unterform der Leukozyten oftmals erhöht. Des weiteren findet sich ab der zweiten Woche nach Auftreten von Symptomen eine Verschattung auf dem Röntgenbild.

Wie verläuft die Panostitis und bleiben Schäden zurück?

Keine Panik! Nach ein paar Wochen (bis zu drei Monaten) heilt die Erkrankung üblicher Weise von selbst aus. In der Zeit der Erkrankung ist es aber dennoch wichtig, den Hund soweit es geht zu schonen und Bewegung zu minimieren, damit keine Folgeschäden durch Schonhaltung etc. auftreten. Meist sieht man selbst später im Röntgenbild von der Panostitis nichts mehr.

Gibt es ähnliche Erkrankungen mit diesen Symptomen?

Eine Gelenkmaus (vornehmlich im Kniegelenk) – „Osteochondrosis dissecans“ genannt, auch ein Knochenbruchstück im Ellenbogen (fragmentierter Processus coronoideus medialis) sowie eine Kreuzbandruptur, Luxationen und einige Erkrankungen mehr sollten auf jeden Fall ausgeschlossen werden.

Hier sei noch einmal der dringende Apell: bei unklaren Symptomen ist IMMER ein Tierarzt hinzu zu ziehen!

Wie kann man die Panostitis behandeln?

Im Vordergrund der Behandlung steht die Schmerzfreiheit des Hundes. Die Behandlung der Schmerzen verkürzt den Verlauf der Erkrankung jedoch nicht. Die Wahl der Medikamente sollte also dem Schmerzgrad angemessen sein.

Die Schulmedizin

Zur Schmerzlinderung werden häufig nichtsteroidale Entzündungshemmer wie Rimadyl, Metacam etc. eingesetzt. In schweren Ausnahmefällen wird auch mit Cortison therapiert.

Aus der Welt der Pflanzen

Die Natur bietet je nach Beschwerdebild auch Alternativen zur schulmedizinischen Schmerzbehandlung. So eignen sich möglicherweise z. B. Traumeel und Zeel von der Firma Heel u.a. als Fertigarzneimittel. Pappel- und Weidenrinde sowie Weihrauch, Teufelskralle, Hanf, Arnika und viele andere Pflanzen in ihrer Ursprünglichkeit eignen sich zur innerlichen und auch äußerlichen Anwendung.

Von der Selbstmedikation ist aufgrund von Risiken und Nebenwirkungen jedoch dringend abzuraten! Ein(e) TierheilpraktikerIn wird Euch gern beraten!

Was kann ich sonst noch tun, um meinem Hund zu helfen?

Ruhe und Entspannung

Da jede Berührung an der erkrankten Stelle schmerzhaft ist, sollte der Hund natürlich geschont werden. Toben und Sport sind in dieser Zeit tabu. Kleine Spaziergänge von wenigen Minuten zum Lösen am besten an der Leine sind machbar. Hervorragend kann man den Hund in dieser Zeit geistig auslasten.

Viel Kuscheln ist natürlich ein Muss!

Die Ernährung

Obwohl es nicht hinreichend geklärt ist, ob die Ernährung eine Ursache bei der Erkrankung spielt, kann man es nicht ausschließen. Deswegen sollte man den aktuellen Ernährungsplan des erkrankten Hundes kritisch überprüfen und bei Bedarf anpassen.

Aber wie erkenne ich, ob die Nährstoffzufuhr optimal ist?

Anhand einer Wachstumskurve der Rasse kann man schnell überprüfen, ob der Welpe normalgewichtig ist. Etwas schwieriger sieht es mit der Zusammensetzung des Futters aus. Ein Tierarzt mit Fachrichtung Ernährung, bzw. ein(e) Tier-Ernährungsberater(in) kann erkennen, ob ein Überangebot oder Mangel an Nährstoffen im Futterplan des Welpen vorliegt. Idealerweise notiert man mal ALLE (auch die kleinen Leckerlies zwischendurch) Futtergaben.

Welche Hunde sind besonders häufig betroffen? (Rassedispositionen Panostitis)

Vor allem großwüchsige Hunde, wie der Berner Sennenhund, Besonders aber Schäferhunde, können an der Panostitis erkranken.

Kerstin

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