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Flexibarf für Berufstätige

Flexibarf für Berufstätige

Ich habe mich lange mit der Ernährung für den Menschen auseinandergesetzt, und als Skye bei uns eingezogen ist, habe ich mich natürlich auch mit den Ernährungsarten für Hunde beschäftigt. Gar nicht so einfach, sich durch den Meinungs-Dschungel im Internet und der Literatur zur wuseln. Jeder hat da seine Ansicht und auch individuelle Gründe für die eine oder andere Art der Futterzubereitung. Nicht zu vernachlässigen ist dabei auch die Berücksichtigung der eigenen Ernährungsgewohnheiten. So auch bei uns. Konserven mit Fertiggerichten kommen recht selten auf den Tisch. Wenn es mal schnell gehen muss und die Umstände es nicht anders zulassen, spricht nichts dagegen, hauptsächlich besteht unsere familiäre Ernährung aber aus frischen Zutaten, die selbst zubereitet werden. Für diese Variante habe ich mich dann auch bei Skye entschieden.

Soweit die Theorie. 

Auf die Mischung kommt es an

Da Skye regelmäßig mit in die Firma kommt und auch an mehreren Tagen dort unregelmäßig und unvorhersehbar über Mittag bleibt, gestaltete es sich mitunter schwierig, die entsprechenden Rationen an Frischfleisch und Gemüse immer vorrätig zu haben. Ich bin aber kein Fan von Fertigbarf-Gerichten, denn ich würde gern wissen, welche Zusätze und Fleischsorten verarbeitet sind. So greifen wir da auf ein eigens entwickeltes Baukastensystem zurück, man könnte es auch Flexibarfen nennen.

Es befindet sich immer eine kleine 300g Dose Fleisch in der Firma. Ich habe mich schlussendlich für die Firma Lunderland und Boos entschieden. Dort wird extrem gut deklariert und so schonend, wie es eben geht, gegart. Nähere Infos findet ihr auf der Website www.lunderland.de.

Und als Gemüsezusatz haben sich bei uns für die Büro-Mahlzeit Gemüse-Babygläschen hervorragend etabliert. Am besten eignen sich die Gläschen ab dem 4. Monat, da dort noch kaum Zusätze zugeführt werden.
Für die Heim-Mahlzeiten koche ich Gemüse immer eine Woche im Voraus und friere portionsweise ein.

Das Fleisch bekommt sie frisch, und einmal die Woche gibt es als Bonus eine Rinderleber.

So haben wir einen Weg gefunden den Hund gut zu ernähren und trotzdem ortsflexibel und spontan zu bleiben. Was übrigens immer geht, wenn wir mal weder das eine noch das andere unterwegs haben, ist frisches Rinderhack aus dem Supermarkt.

Ein Beispiel, wie der Essensplan dann im Detail aussieht, findet ihr in einem separaten Beitrag (https://bernerblog.de/futterplan-skye-2-jahre-43kg). Dieser Essenplan ist speziell auf Skye, ihr Alter, Gewicht, Gesundheitszustand und Tagesaktivitäts-Pensum zugeschnitten. Er soll als Beispiel dienen, kann aber nicht einfach 1:1 übernommen werden. Bitte passt den Plan entsprechend auf den Bedarf eures Hundes an oder lasst euch von einem Ernährungsberater helfen! 

 

Nice to know

Da der Hundedarm komplexe Kohlenhydrate (Rohkost) nicht aufspalten kann, sollte das Gemüse zur optimalen Verwertung leicht vorgekocht und püriert sein. 
Es empfiehlt sich außerdem, ein paar Tropfen Öl zu dem pürierten Gemüse dazu zu geben, damit auch die fettlöslichen Vitamine verwertet werden können. Beim Obst gilt: Je reifer umso besser!
Knochen sollten nur unter Aufsicht gefüttert werden. Und auch nur an Hunde, die nicht schlingen.

Gemüse
Im Prinzip kann jedes Gemüse verwendet werden, das der Hund verträgt. Zucchini, Möhren, Pastinaken sind zur Dauerfütterung geeignet. Ebenso können z.B. rote Beete, Petersilienwurzel und Brokkoli verwendet werden. Kohl kann, wie bei Babys auch, zu Blähungen führen, es gibt aber eine Menge Hunde in meinem Bekanntenkreis, die ihn vertragen. Gern wird auch das gefrorene Kaisergemüse gekocht und püriert verfüttert. Ich persönlich verfüttere kein Knoblauch, Paprika, Tomaten und auch keine Zwiebeln.

Fleisch/Knochen
Rindfleisch kann roh und auch gekocht gegeben werden. Rohe Kalbsbrustspitzen und rohe flache Rippe eignen sich gut als Kauspaß. 
Schweinefleisch (auch Wildschwein!) sollte niemals roh verfüttert werden. Grund ist das Aujeszky-Virus (ein Herpes-Virus, mit dem sich Schweine infizieren können), welches erst durch Erhitzen abgetötet wird. Idealerweise sollte man Schwein überhaupt nicht an Hunde verfüttern, auch keine Kauartikel wie z.B. Schweinsohren, Rüssel usw.
Hühnerknochen bitte niemals gekocht verfüttern. Die Struktur der im rohen Zustand eigentlich weichen Knochen verändert sich beim Kochen und lässt sie beim Kauen extrem splittern. Es droht LEBENSGEFAHR für den Hund, wenn sich so ein Splitter festsetzt! Rohe gewolfte Karkassen sind ein guter Ersatz, und wer gar keine Knochen füttern will, kann auf Knochenmehl oder gemahlene Eierschalen ausweichen.

Öl
Im  Prinzip kann man jedes pflanzliche Öl verwenden. Wichtig ist, darauf zu achten, dass es nicht ranzig wird.

Kohlenhydrate
sind beim klassischen Barfen nicht vorgesehen. Wenn der Hund krankheitsbedingt leicht verdauliche Kohlenhydrate essen soll (Nierenerkrankungen, Verdauungssystem) bieten sich folgende Möglichkeiten:
Reis, Kartoffeln, Hirse etc. sind glutenfrei.
Nudeln und Weizen können bei entsprechender Verträglichkeit natürlich auch verfüttert werden.

Obst
Apfel, Birne, Banane (sehr kalorienhaltig), Erdbeere, Mandarine, Heidelbeere, eigentlich alles, was der Hund mag.  Vorsicht ist bei Steinobst geboten.
KEINE WEINTRAUBEN ODER ROSINEN! 

Büchertipps

Hunde barfen – Alles über Rohfütterung von Dr. med. vet. Julia Fritz
Der kleine Souci – Lebensmitteltabelle für die Praxis 

Kerstin

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